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30. August 2018

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Trialog Marburg 2018 – Das Finale

3. Trialog Marburg, Samstag, den 12. Mai 2018, abends.

#3 Vision wischen

Schwellkopf Matsch, Farbsocke, Papamuumin, Muss’sch Nachdenken, Zethkah, Rubi Rosa, Väinämönen, e.gal

Kreide auf Tafel, 166×95 cm, Archiv: ehemaliger Ziegenstall, Trialog-Hotel, unverkäufliches Exemplar

Das Finale des Trialog Marburg 2018 war unvermeidlich. In den zwei Tagen zuvor wurde viel erlebt und gestaunt, viel diskutiert und geredet, viel gegessen und getrunken. Vor allem wurde viel getrödelt. Aber jetzt wurde es ernst. Die Versammlung war beinahe vollzählig, nur Naomi hatte sich mit Schlafsack und Pullover ins Heu zurück gezogen. Es wurde eben noch a bisserl kalt um diese Jahreszeit.

Die Tagesordnung war von zivilisierter Überschaubarkeit. Da die meisten bereits wussten, worum es nun gehen würde, war die Einführung in das Heilsgeschehen kein Problem. Eine Kerze wurde entzündet und die Tafel wurde Klarschiff gemacht. Was am Anfang keiner wissen konnte war, dass enorm viel gelacht wurde und zwar so viel bis es reichte.
Das war vielleicht der Grund dafür, weshalb wir am Ende einige Schwierigkeiten hatten, einen Titel für das Bild zu finden. Aber wie so oft, war es auch hier so, dass die beste Möglichkeit immer am längsten auf sich warten lässt.

Wir spielten noch eine Runde „Familie Schiefmaul“, um die Kerze schlafen zu schicken und gingen dann auch ins Bett.

Wir freuen uns auf einen #4 Trialog Marburg 2019 und wünschen allen Helfern, Gönnern und Spendern alles Gute.

 

 

Kassensturz Meckerschlumpf-Stiftung

Hier ist als Tabelle der Rechenschaftsbericht über das eingesammelte und ausgegebene Geld für den #trialogmr2018. Es wurden 510 Euro eingesammelt. An die Herbergseltern wurde ein Vorschuss von 110 Euro für den #Trialogmr2019 entrichtet. Da vom Vorschuss aus dem letzten Jahr 50 Euro übrig geblieben sind, beträgt der Vorschussbetrag 160 Euro für Übernachtung.

Allen Spendern, Helfern, An- und Abwesenden sei gedankt für das Gelingen. Es war interessant, schön, und anstrengend.

Fotos, Filme und Gesprächsaufzeichnungen folgen noch.

 

Trialog Marburg 2018 – Spendensammlung #trialogmr2018

in memoriam Herr Latent

Liebe Leute,

wie schon im letzten Jahr möchten wir wieder in der Gegend von Marburg, in einem kleinen Dorf an der Lahn, einen Trialog durchführen. Wir möchten uns begegnen, kennen leernen, sprechen, zuhören, spazierengehen, nachdenken und vor allen Dingen eine Tafel mit Kreide bemalen. Das ist wichtig, denn das macht das Leben leichter.

Zur Durchführung ist etwas organisatorischer Aufwand nötig. Außerdem fallen einige Spesenkosten für Übernachtung, Bewirtung und evtl. ein paar Kosten für Equipment an. Zur Finanzierung möchten wir euch um eure Unterstützung bitten. Wer möchte, mag uns mit einer Geldgabe weiter helfen.

Die Kontoverbindung ist:

Bündnis Marburg Regional
Raiffeisenbank eG Ebsdorfergrund
Verwendungszweck: Meckerschlumpf-Stiftung
IBAN: DE14 533 617 240 031 009 702

 

Ich selbst spende 100 Euro. Allerdings würde ich diesen Spendenbeitrag gern versteigern. Die Versteigerung stelle ich mir so vor:
Ich gebe 10 Euro in die Gemeinschaftskasse. Wenn sich nun jemand bei mir meldet, der ebenfalls mindestens 10 Euro in die Gemeinschaftskasse gibt, gebe ich noch mal 20 Euro dazu. Sollte sich danach  jemand bei mir melden, der ebenfalls mindestens 20 Euro dazu gibt, gebe ich noch mal 30 Euro. Meldet sich nun wieder irgendwer, vielleicht auch mehrere, die zusammenen ebenfalls mindestens 30 Euro dazu geben, dann gebe ich noch die letzten 40 Euro dazu. Dann wäre mein Spendenbeitrag erfolgreich versteigert, und es befänden sich dann zusammen mindestens 160 Euro in der Kasse.

Hier als Übersicht:

10 Euro von Klaus + 10 von anderen = 20 Euro
20 Euro von Klaus + 20 von anderen = 60 Euro
30 Euro von Klaus + 30 von anderen = 120 Euro
40 Euro von Klaus                                 = 160 Euro

Interessant wird eine solche Versteigerung dann, wenn du dir ebenfalls ein Spendenlimit setzt und es auf gleiche Weise versteigern würdest, indem du also deinen Beitrag steigerst, wenn auch andere etwas dazu geben. Wichtig dabei: wenn das keiner tut, dann behältst du dein Geld. Denn Sinn ist, das Geld nicht einfach nur herzugeben, um einen guten Zweck zu erfüllen, sondern die Gabe unter eine Bedinung zu stellen, nämlich die, dass auch andere etwas dazu tun. Tun sie es nicht, dann geht’s nicht.

Beim Nachdenken darüber, ob und wie man mit dieser social media Technologie auch etwas Interessanteres veranstalten kann als bloß von Optimierungslösungen Gebrauch zu machen, bin ich auf den Gedanken gekommen, ob man damit ein Problem lösen könnte, das ohne diese Technologie bislang immer ungelöst bleiben musste.

Dazu beim Trialog Marburg 2018 mehr.

Vielen Dank für euer Engagement und liebe Grüße

Klaus Kusanowsky

Jammerorte des Stöhnens, Wunderorte des Staunens @Pymwater @ReisAgainst

Die Grundidee von correspondance ist, Situationen zu organisieren, die gemeinsame Aktivitäten und den Austausch über das Geschehen ermöglichen.
Dieses erfolgt auf einer gleichberechtigten Basis aller Teilnehmenden. Jeder ist Lehrer, jeder ist Schüler. Alles, was die Treffen und Zusammenkünfte bereichert, wird akzeptiert. Wenn Menschen zusammen kommen, um gemeinsam zu arbeiten, entwickelt sich immer ein besonderer Prozeß, der nicht zwangsläufig und dauerhaft für alle befriedigend ist. Diesen Widrigkeiten sollten wir mit Offenheit und Ehrlichkeit begegnen,…. das kann nur funktionieren, wenn wir unsere Bedenken und Überlegungen den anderen mitteilen. Kritik, bei der die Persönlichkeit, die Würde und die Leistung anderer geachtet wird, ist ein notwendiger Bestandteil der Treffen.
Die correspondancen sollten als Chance für die persönliche Entwicklung verstanden werden. An den täglichen Hausorganisationen während der Treffen sollten sich alle beteiligen. Der Kreis ist offen für jeden, die/der ernsthaft daran interessiert ist, die persönlichen Ausdruckformen zu finden.

Gäste sind willkommen, Freunde werden gerne informiert. Die Gruppe wird durch Vertrauen und den freien Willen zu teilen, getragen.

Something to talk about

Diesen Text findet man auf der Seite correspondance von Bernd W. Plake

Ich unterscheide „Jammerorte des Stöhnens„, nämlich Einschließungsmilieus (vulgär-soziologisch: Arbeitsorganisationen, Fabriken, Büros, Schulen, Heime und Hospitäler aller Art), von „Wunderorten des Staunens„, die ich Ausschließungsmilieus nenne (prototypisch: Künstlervorstellung, Konzerte, Parties, Vergnügen, aber auch Katastrophenhilfe, Gefahrenabwehr, Notgemeinschaften aller Art).*
Der Text oben gibt deutlich zur Auskunft, wie schwer es fällt, diese hinreichend bekannten und entwickelten Jammerorte der Einschließung zu verlassen, weil der Versuch, Wunderorte des Staunens, die nicht bloß dem Prototyp entsprechen, zu finden oder aufzusuchen, von allzu zu vielen Wünschen, unerfüllbaren Hoffnungen und weltfremden Erwartungen auf utopisches Gelingen geprägt und überlastet ist. Das scheint mir der oben verlinkte Text deutlich genug zum Ausdruck zu bringen.
Es wird darin ein Arrangement der Begegnung vorgeschlagen, in welchem jeder jedem ganz viel verspricht: „gemeinsame Aktivitäten und Austausch – gleichberechtigte Basis – alles, was bereichert, wird akzeptiert – Offenheit und Ehrlichkeit – Kritik, Persönlichkeit, Würde – Chance für die persönliche Entwicklung –  Vertrauen und freier Wille.“
All das ist so formuliert, dass keiner, der teilnehmen wird, irgendetwas von alldem ablehnen kann. Es wird mit dieser Satzung auf der rhetorischen Ebene ein Konsens gleichsam erschlichen, dessen Einhaltung und Beibehaltung zur kontrollierbaren Selbstverpflichtung wird, was auch heißt, dass Devianz, also abweichendes Verhalten, strengen Verfahren der Sanktionierung ausgesetzt sein wird. Es wird mit einer solchen Satzung der Verräter stigmatisiert, noch bevor man ihn sieht. Es wird mit einer solchen Satzung eigentlich nur ein Selbstverdacht zur Verständigung angeboten.  Es wird mit dieser Satzung gesagt: eine Welt auf der Basis dieser Satzung ist die bessere Welt. Weshalb die Einverstehenden sich gründlich darum bemühen, nicht als Verräter aufzufallen.
Eine solche Satzung will Einschließung gleichsam ‚erpressen‘. Sie kann und und schafft dies, weil und solange sie Einschließung nicht als Problem ansieht, sondern als Lösung.

Eine solche Satzung ist also in jedem Fall eine gute Sache, glaut man dann. Und weil das so ist, kann nichts schiefgehen. Stimmt’s? Die Erfahrung wird da wie andernorts zeigen, dass das Gegenteil der normale Fall ist. Wenn eine Überforderung des praktischen Erlebens aufgrund einer einfachen rhetorischen Schummelei akzeptiert wird, können Reibungs- und Störmanöver kaum vermieden werden. Der Verrat an einer guten Sache wird dann schnell offenbar, oder, was auf das selbe hinausläuft: Die kontrollierbare Selbstverpflichtung tendiert zur Meidung eines solchen Ortes. Es wird viel versprochen, viel in Aussicht gestellt, es wird viel gewollt, aber es passiert dann fast nichts. Oder wenn doch, dann nichts, was gemäß dieses Anspruchs besonders bedeutsam wäre.

Die rhetorische Schummelei, die in diesem Text zum Ausdruck kommt, kennt in der Wortwahl der alten Theologie eine  Entsprechung, in welcher es heißt: „Es sind die Schliche des Bösen.“ Die Schliche des Bösen sind hier: Satzung, Konsens, Stolz  und Wirkmächtigkeit von Handlung. Die Schliche des Bösen kleiden sich hier in ein Versprechen auf Humanität. Warum böse, wenn doch die Intention sich als ein Nurgutes ausgibt? Eben aus diesem Grund. Es seien ja nur gute Absichten versprochen; es seien ja nur gute Menschen beteiligt; es seien ja nur gute Zwecke vorgesehen. Es ist ja alles nur gut gemeint. Es handelt sich dabei um einen von unzähligen Versuchen, einen sozialen Mitwirkungs- und Verständigungszusammenhang zu finden, der Partizipation gleichsam zur moralischen Ertüchtigung der jammernden Kreatur anbietet. Wer sich darauf einkässt, setzt sich, gleichviel ob gewollt oder nicht, einem Selbstverdacht aus, nämlich dem Verrat an einer guten Sache, weshalb es kein Wunder ist, dass solche Satzungen politisch wirkungslos bleiben. Sie finden für Einschließung keinen Ausweg, und damit auch keinen Ausweg aus der Jammerei. Vielmehr wird Einschließung nur moralisch dekoriert.

Ich vermute, um politisch handeln zu können, werden Ausschließungsmilieus gebraucht, die nicht bloß dem oben angeführten Prototyp entsprechen.

Was verstehe ich unter Ausschließungsmilieus?

Fortsetzung folgt


*Gemeinschaften, die sich finden, um Vergnügen zu organisieren, haben mit Notgemeinschaften gemeinsam, dass in beiden Fällen der Zweck des Tuns erkennbar wird. Die Gemeinschaften haben ein vorhersehbares Ende. Es sei denn, man hat es mit Bürokratie zu tun, denn dann findet gar nichts mehr ein Ende. Das unterscheidet eine Bürokratie von einer Naturkatrastrophe.

Wie Bedürfnisse Bedürfnisse produzieren

Bedürfnisse werden gesellschaftlich produziert. Wie das geht, erzählt beispielhaft diese Anekdote.

Hier wird nämlich erzählt, dass die Produktenttäuschung eine unverzichtbare Bedingung für ein Anschlusshandeln herstellt: Beim nächsten mal wendet sich der Konsument an jemand anderen. Wir lernen und schreiben auf: Bedürfnisse werden durch Konsum in erster Linie nicht befriedigt, sondern hergestellt. (Bitte merken. Das kommt in der Prüfung dran.)

Deshalb hilft es nichts, wenn Ökologen appellieren, auf Bedürfnisse zu verzichten. Weil: dieser Verzicht ebenfalls nur als ein Bedürfnis zustande kommt (also als Bedürfnis nach Verzicht), ein Bedürfnis, das ebenfalls allein gesellschaftlich produziert wird. Ökologen reicht es zur Rechtfertigung ihrer Ansicht deshalb, allein den Appell, unterstützt von Gefahrenhinweis und moralischem Zeigefinger zu verbreiten. Das entspricht ihrem gesellschaftlich akzeptierten Bedürfnis.

Wir kommen darauf beim #trialogmr2018 zurück.